Hochleister Tractionkite Prodigy von Invento-HQ
Martin: Die Prodigy schaut wie ein reinrassiger Angriff auf Ozones Yakuza aus.
Jan-Hendrik: Die Prodigy - zu deutsch “Wunderding” - ist ein gestreckter Hochleister, der vom Ex-Ozone-Konstrukteur Tom Bourdeau designed wurde. Yannick Schwickert und ich haben unsere Wünsche und Ideen geäussert und Tom hat sie in die Entwicklung mit einfliessen lassen. Die Idee bei dem Schirm war es, mit möglichst wenig Grössen auszukommen. Wir decken mit nur 7 Schirmen den Bereich ab, für den andere Hersteller bis zu 12 Schirmen benötigen. Das verwendete Profil ist extrem schnell aber trotzdem ist der Kite für einen Hochleister einfach zu fliegen. Wir haben die Möglichkeit, über die Bremse bis zu 25% Leistungssteigerung zu erwirken. Dadurch kommen wir auch mit deutlich weniger Grössen aus.
Martin: Extrem performanter Hochleister, der einfach zu fliegen ist - das ist natürlich das, was jeder Hersteller anstrebt. Woran machst du fest, das euch diese Kombination gelungen ist.
Jan-Hendrik: Der Schirm gibt dem Piloten zu jedem Zeitpunkt ein gutes Feedback und beginnt in kritischen Situationen nicht sofort an, zu kollabieren. Die Kappe bleibt schön stabil auch bei böigem Wind oder wenn ich seitwärts oder oben an den Rand des Windfensters fliege. Auch wenn ich mit dem Buggy mal am Windfensterrand anfahre, muss ich nicht gleich in die Bremse gehen sondern bekomme mit den Frontlines etwas mehr Feedback als bei anderen Schirmen. Die Endgeschwindigkeit ist extrem hoch, sie hat sehr wenig Seitenzug…
Martin: Sehr wenig Seitenzug bedeutet, der Kite bleibt weniger hinter dem Piloten stehen und macht nen Haufen Seitenzug sondern läuft weiter vor an den Windfensterrand und zieht dadurch weiter vorwärts.
Jan-Hendrik: Ganz genau. Wir haben bei der Prodigy sehr hochwertige Materialien verwendet, die Waage besteht aus einer extrem dünnen Dyneemaleine, die gespleisst und vernäht wurde. Dadurch entwickelt sie sehr wenig Luftwiderstand.
Martin: Normalerweise gibt es grosse Probleme dabei, derart dünne Leinen zu vernähen - euch scheint es gut gelungen zu sein.
Jan-Hendrik: Stimmt. Das Tuch hat zwischen 35 und 40 g/m² und ist beschichtet sowie wasserabweisend. Dadurch saugt der Schirm möglichst wenig Feuchtigkeit auf, was gerade bei der Verwendung an der See besonders wichtig ist. In die Erprobung des Schirms sind sowohl die Erfahrung der Team-Rider als auch die von Aufsteigern in die Hochleister-Klasse eingeflossen. Somit ist gesichert, dass nicht nur die Entwickler diesen Schirm fliegen können.
Martin: Du würdest den Schirm also Leuten empfehlen, die schon Erfahrung mit Buggy und Ski und einfacheren Matten haben.
Jan-Hendrik: Genau, diese Zielgruppe kann sich an die Prodigy rantrauen. Wichtig ist halt, dass diese Piloten mit dem Schirm nicht gleich in den Grenzbereich gehen, weil er sie überfordern würde.
Martin: Dann bietet sich vielleicht an, erstmal eine Grösse kleiner zu nehmen, um das Handling mit der Matte erstmal kennen zu lernen und sich mit der Kraftentfaltung vertraut zu machen.
Jan-Hendrik: Ziel der Entwicklung war es, einen Schirm zu entwickeln, der voll wettbewerbstauglich ist - also von richtigen Race-Drivern eingesetzt werden kann und auf allen Kursen möglichst gut läuft. Und da spielt die Prodigy sehr weit oben mit. Es gibt sicher Schirme, die auf manchen Kursen besser laufen aber über alle gesehen, ist unser Schirm leistungsstabiler.
Martin: Wenn ich in die Prodigy reinschaue, finde ich hier diagonale Tuchverstrebungen.
Jan-Hendrik: Das gibts schon länger und dient dazu, die Kammern ordentlich abzuspannen und an den Punkten an der Schirm kritisch wird, eine weitere Stabilität zu gewährleisten.
Martin: Vielen Dank für die Infos und viel Erfolg mit dem neuen “Wunderding”
Tags: Hochleister, Invento-HQ, Jan Hendrik Junker, Prodigy, Tom Bourdeau, Tractionkite













9. Februar 2010 um 23:04
cooles Interview…freu mich wieder aufs Buggyfahren!
10. Februar 2010 um 10:33
Hi Yannick,
ich hab mir gerade das Video auf deiner Seite angeschaut…wow!
Wenn soviel Spass mit den neuen Kites von Invento-HQ moeglich ist, dann wird die Post ja bei euch ja richtig abgehen! Jan-Hendrik hat ja in den hoechsten Toenen geschwaermt und mein Ex-Arbeitskollege Flo war ebenfalls begeistert.