Ein Baumeister namens Baumeister

Selten ist der Name so Programm: Rudi Baumeister von Berufs wegen Baumpfleger (also auch hier im wahrsten Sinne des Wortes ein “BauMeister”), kaum zurück aus den Schwindel erregenden Höhen der Baumkronen widmet er sich sogleich einer anderen Art der Höhenflüge, der des Drachenbauens.
Doch wie kam es dazu?
Eine eher wohl klassische Infizierung mit dem Drachenvirus erfolgte im Sommerurlaub 1994 an der französischen Atlantikküste. Erst waren es die Lenkdrachen, doch bereits 1996 erfolgte der Umstieg auf die sog. Einleiner.
Der erste Einleiner in Rudís Drachentasche war jedoch noch nicht selbst erschaffen, sondern ein von Martin Schob angefertigtes großes Delta mit eindeutiger Botschaft: Peace! Und weil sich so ein Einleiner allein doch sehr einsam fühlt, wurden noch andere Modelle verschiedenster Art käuflich erworben. Von eigener Baumeisterkunst jedoch noch keine Spur.
Und wie kam es dann doch dazu?
Damit, das so manch Negatives auch etwas Positives mit sich bringen kann.
Ein Arbeitsunfall im Januar 1999 und die damit verbundene dreimonatige Zwangspause forderten ihren kreativen Tribut.
Besonders fasziniert hatten ihn schon immer die historischen Kastendrachen und das Buch “Drachen mit Geschichte” von Walter Diem und Werner Schmidt zählte zu seiner Lieblingslektüre. Und so entstand der erste Eigenbau nach historischem Vorbild, ein Kastendrachen des Amerikaners Harry C. Sauls. Ursprünglich wurde dieser Drachen für Werbeflüge eingesetzt, mit Beginn des 2. Weltkrieges wurde er zur Flugzeugabwehr genutzt.
Jedoch Rudi wäre nicht Rudi hätte er dem Ganzen nicht von Anfang an seine persönliche Handschrift gegeben. Auf Baupläne verzichtet er bis heute und aus Gründen des angenehmeren Handlings entstehen alle seine Drachen im Vergleich zu den Vorbildern im Miniaturformat. So wurde auch der Sauls mit 10cm großen Zellen ausgestattet, als Baumaterial diente klassisch Papier und Holz. Schnell entstand ein weiterer Kastendrachen in Form einer geflügelten Box, wieder im Format der 10cm Zellen, dieses Mal allerdings aus den modernen Materialien Spinakernylon und Kohlefasergestänge.
Wert legt Rudi jedoch darauf, das seine kleinen “Böxle”, wie er sie nennt, keinem Spielzeugcharakter entspringen sondern es sich jeweils um ernstzunehmende Drachen mit historischem Hintergrund handelt.
Die besondere Faszination der von ihm gebauten Modelle liegt für ihn stets in der Dreidimensionalität und der technischen Ausführung. Die Farbwahl ist klar, denn für Rudi gab es von Anfang an nur eine Option: Weiss! …..”Weiss macht leicht und fliegt” so sein Fazit. Die somit entstehenden Schattenspiele die dadurch und durch die Zellenformen entstehen sind ebenfalls gewollter Teil des Ganzen. Denn spätestens seit Heinrich Hohmann haben wir die poetischen “Sieben Farben Weiss” am Himmel entdeckt.
Bis heute sind so 18 “Böxle” entstanden mit Namen wie z.B. die “wilde 13″ wobei immer klassische Kastendrachen Pate standen. Sein aktuelles Projekt “der Schattenfänger” lässt schon jetzt vermuten, dass der Name auch hier bestimmt wieder Programm sein wird. Und da laut Rudi “der Kopf voll und das Thema unerschöpflich ist”, werden wir auch in Zukunft neue, wunderschöne Drachen mit Geschichte bei ihren Höhenflügen entdecken dürfen.
Tags: kastendrachen, kite, papierdrachen, rudi baumeister












31. Januar 2009 um 13:17
Hallo ihr Kiteblogger.
Sieht so aus, als wär ich der erste, der hier was postet. Ein sehr schöner Blog - Glückwunsch dazu! Wünsch euch viel Erfolg und natürlich immer ne Prise Rückenwind
17. Februar 2009 um 10:51
Hallo Zusammen , die “Böxle” sind einfach schön , im Bild und erst recht in natura ! !
25. März 2009 um 21:33
So ist er, der Rudi (eigentlich kennt man ihn seit Urzeiten als EUMEL
, wenn er etwas anfängt, dann aber richtig!! Und außer Böxle baut er auch perfekte Flug-Pfännle…
Tolle Website, nettes Eumel..sorry..Rudi- Profil